Zwischen den Wellen_CarinaG

 

Hier ein paar Informationen zu Werk und Autorin:

Warum hat Carina  an diesem Projekt teilgenommen?

„Ich fand es interessant, einmal auszuprobieren, wie es sich unter Vorgaben von außen kreativ schreiben lässt, wenn sonst der Schreibimpuls ja eher von einem selber kommt.“

 

Was hat ihr daran besonders gefallen?

„Wie vielfältig das Ergebnis des Projekt sein könnte, konnte man schon an dem vorgegebenen Beispiel „Wasser“ erahnen, hat es dann aber  beim Schreiben bzw. der Ideenfindung selbst erlebt.“

 

Wo gab es Schwierigkeiten?

„Alle Wörter einzubauen, ohne dass sie sperrig wirken, war nicht einfach.“

 

Wie sahen die ersten Schritte aus?

„Ich habe versucht, mir anhand der 2-3 der 10 Wörter eine Situation vorzustellen, aus der sich der Text entwickeln könnte.“

 

Wie lange sie an ihrem Text gearbeitet?

„Gedanklich habe ich den Text über den Monat hinweg immer wieder verworfen und verändert. Das Schreiben selbst hat mit der Überarbeitung vielleicht 2 Stunden gedauert.“

 

Und hier noch einmal Carinas Text als Kopie:

Zwischen den Wellen
Er war fahrlässig gewesen, als er hinausfuhr.
Es war schon dunkel geworden, der Mond war längst aufgegangen, als er das Boot abgestoßen hatte.
Er hatte nur noch schnell aufs Meer gewollt, um einzig das Plätschern der Wellen um sich zu haben.
Es hatte ihn nichts mehr halten können, in der Wohnung, am Esstisch, im behaglich Warmen.
Er wäre gerne stärker belastbar gewesen.
Es war ihm aber so stark in die Knochen gefahren, dass er nicht anders konnte, als allem zu
entfliehen.
Er hatte vor Scham im Boden versinken wollen und war dann wie von Sinnen aus der Haustür
gestürmt.
Es hatte ihn wie ein Schlag ins Gesicht getroffen, aus dem Nichts.
Er war die Flucht nach hinten angetreten, ins Auto gestiegen, hatte die Einbahnstraße und rote
Ampel ignoriert, um jetzt hier zu seiner Ruhe zurückzufinden.
Es hatte lange gedauert, bis er den Schock verkraftet hatte.
Er war währenddessen viel zu weit hinausgefahren, viel zu aufgewühlt hatte er die Paddel ins Wasser
geschlagen.
Es war ihm jetzt klar geworden, die Verbindung zwischen ihnen war verloren gegangen.
Er ließ erschöpft seine Hände ins Wasser sinken.
Es floss beruhigend kühl um seine Finger.
Er bemerkte einen Fisch, der sich zu seinen Fingerkuppen verirrt hatte.
Es war nur ein bloßes Anstupsen gewesen, aber es fiel ihm buchstäblich wie die Schuppen von den
Augen.
Er wurde sich durch die glatte Oberfläche des Fisches seiner eigenen Nacktheit bewusst.
Es hatte ihn seine Ehre gekostet, aber er würde sie zurückerlangen.
Er musste wie der Fisch auch mal gegen die Wellen schwimmen.
Es zog ihn auf einmal zurück.
Er hatte die Wellen des Meeres genossen, aber jetzt musste er die Wogen glätten.
Es war jetzt finster und als er das Boot unbeholfen wendete, drohten seine Paddel abzurutschen,
doch er stand wieder fest mit beiden Beinen in seinem Leben.